Was sind Aktien?

Veröffentlicht: Aktualisiert: Herausgeber: Aktien Bildungsraum Zuletzt geprüft: 15. Juli 2026 Lesezeit: ca. 7 Min.

  • Grundlagen
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Illustration des Konzepts einer Aktie als Unternehmensanteil

Die Frage „Was sind Aktien?“ steht am Beginn jeder Beschäftigung mit der Börse. Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einem Unternehmen verbrieflt. Wer eine Aktie besitzt, ist Miteigentümerin oder Miteigentümer dieses Unternehmens — wenn auch nur in einem sehr kleinen Umfang. Dieses grundlegende Konzept ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Themen rund um Börse, Kurse und Investitionen.

Was ist eine Aktie?

Eine Aktie ist ein verbrieftes Beteiligungsrecht an einer Aktiengesellschaft. Das Grundkapital einer Aktiengesellschaft ist in viele kleine Teile zerlegt, die man Aktien nennt. Jede Aktie repräsentiert einen Bruchteil dieses Grundkapitals. Wenn eine Aktiengesellschaft beispielsweise ein Grundkapital von 10 Millionen Euro hat und dieses in 10 Millionen Aktien aufgeteilt ist, dann entspricht jede Aktie einem Nominalwert von einem Euro.

Aber der Nominalwert ist nicht dasselbe wie der Preis, zu dem die Aktie an der Börse gehandelt wird. Der Börsenkurs kann weit über oder auch unter dem Nominalwert liegen, denn er bildet sich aus Angebot und Nachfrage. Der Nominalwert ist vor allem eine rechtliche Größe, die bei der Gründung der Gesellschaft festgelegt wird.

Mit einer Aktie sind bestimmte Rechte verbunden. Dazu gehören in der Regel das Stimmrecht auf der Hauptversammlung, das Recht auf eine Dividende, wenn das Unternehmen eine ausschüttet, und das Recht auf einen Anteil am Liquidationserlös, falls das Unternehmen aufgelöst wird. Diese Rechte machen die Aktie zu mehr als nur einem Stück Papier — sie ist ein echtes Eigentumsrecht.

Eigentum an einem Unternehmen

Der Begriff des Eigentums ist beim Verständnis von Aktien zentral. Wer Aktien kauft, erwirbt einen Anteil am Unternehmen selbst. Das unterscheidet eine Aktie grundlegend von einer Anleihe: Bei einer Anleihe gibt man dem Unternehmen Geld als Kredit und bekommt Zinsen. Bei einer Aktie wird man Miteigentümer und trägt das Unternehmensrisiko mit.

Als Aktionärin oder Aktionär hat man zwar einen Eigentumsanteil, aber man kann nicht über das Vermögen des Unternehmens verfügen, als wäre es das eigene. Das Unternehmen ist eine eigenständige juristische Person. Die Aktien repräsentieren vielmehr die Beteiligung am Erfolg und Misserfolg des Unternehmens.

Diese Konstruktion hat historische Wurzeln. Schon im 17. Jahrhundert entstanden in Europa die ersten Aktiengesellschaften, um große und riskante Vorhaben — wie Überseehandel — zu finanzieren. Das Prinzip: Viele tragen einen kleinen Teil des Risikos, statt dass eine einzelne Person das gesamte Risiko trägt. Dieses Prinzip ist bis heute unverändert geblieben.

Warum geben Unternehmen Aktien aus?

Unternehmen geben Aktien aus, um Kapital aufzunehmen. Wenn ein Unternehmen wachsen will — neue Fabriken bauen, Produkte entwickeln oder Märkte erschließen —, braucht es dafür Geld. Es kann dieses Geld auf verschiedene Arten beschaffen: durch Bankkredite, durch Anleihen oder durch die Ausgabe von Aktien.

Der Vorteil der Aktienausgabe für das Unternehmen: Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden. Die Aktionäre stellen das Kapital zur Verfügung und erhalten im Gegenzug Eigentumsrechte. Das Unternehmen kann mit diesem Kapital langfristig arbeiten, ohne Zinslasten zu haben, wie sie bei Krediten entstehen.

Allerdings gibt der bisherige Eigentümer oder die bisherigen Eigentümer einen Teil der Kontrolle ab. Neue Aktionäre haben Stimmrechte und können auf die Unternehmensführung Einfluss nehmen. Für Unternehmen bedeutet der Börsengang also auch einen Verlust an Unabhängigkeit. Zudem müssen börsennotierte Unternehmen transparent berichten und Regeln der Marktaufsicht einhalten.

Die Rolle des Aktionärs

Als Aktionärin oder Aktionär nimmt man am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens teil. Wenn das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet, kann es diese als Dividende ausschütten. Die Höhe der Dividende wird von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstands beschlossen. Es gibt keinen Anspruch auf eine Dividende — in schlechten Jahren kann die Ausschüttung ausfallen.

Über die Hauptversammlung haben Aktionäre die Möglichkeit, mitzubestimmen. Dort werden wichtige Entscheidungen getroffen: die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, die Wahl der Aufsichtsratsmitglieder und die Zustimmung zu großen strategischen Veränderungen. Das Stimmrecht ist eines der wichtigsten Rechte, die eine Aktie verbrieflt.

Die zweite Möglichkeit, von Aktien zu profitieren, ist die Wertsteigerung. Wenn das Unternehmen sich gut entwickelt und der Markt dies erkennt, kann der Aktienkurs steigen. Wer dann verkauft, erzielt einen Gewinn. Umgekehrt kann der Kurs auch fallen, was zu Verlusten führt. Diese Unsicherheit ist der Kern des Aktienrisikos.

Stammaktien und Vorzugsaktien

In der Praxis unterscheidet man oft zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien. Stammaktien sind die gewöhnlichen Aktien mit vollem Stimmrecht. Vorzugsaktien verzichten meist auf das Stimmrecht, erhalten dafür aber eine bevorzugte Dividende. Das bedeutet, dass Vorzugsaktionäre vor den Stammaktionären ausgeschüttet werden, solange die Dividende nicht vollständig gezahlt ist.

Diese Unterscheidung ist für das Grundverständnis wichtig, wird aber in der Lektion zu Unternehmensanteilen ausführlicher behandelt. An dieser Stelle reicht es zu wissen, dass es verschiedene Arten von Aktien gibt, die unterschiedliche Rechte gewähren.

Zusammenfassung

Eine Aktie ist ein Anteilsschein an einem Unternehmen. Sie verbrieflt Miteigentum, verbunden mit Rechten wie Stimmrecht und Dividendenanspruch. Unternehmen geben Aktien aus, um Kapital aufzunehmen, ohne Kredite aufnehmen zu müssen. Aktionäre partizipieren am Erfolg des Unternehmens, tragen aber auch das Risiko von Kursverlusten. Dieses grundlegende Verständnis ist der Ausgangspunkt für alle weiteren Lektionen des Lernpfads.